Readers Edition in der NZZ
OK, ist schon etwas älter, aber die NZZ hat sich in ihrer letzten Medienbeilage ebenfalls der «Readers Edition» angenommen. Mit dem Untertitel «Falsche Verheissungen des Bürgerjournalismus» werden - einmal mehr - die typischen Vorbehalte der holzverarbeitenden Industrie (danke, sms) verbreitet:
«Dass zurzeit die Idee des Bürgerjournalismus Karriere macht, wirkt eigentlich paradox. Denn moderne Gesellschaften zeichnen sich durch Spezialisierung und entsprechend arbeitsteilige Organisation aus. Tätigkeitsfelder, wo jeder alles machen kann und darf, scheinen insofern kaum zeitgemäss. Ihr kommunikativer Gehalt dürfte entsprechend instabil und zufällig bleiben. Und dies ausgerechnet in einer Zeitlage, die ohnehin durch Unübersichtlichkeit und aufgeklärte Ratlosigkeit geprägt ist. [...] Wenn alle gleichzeitig reden, hört niemand mehr etwas. Bürgerjournalismus mag in Ländern eine grössere Rolle erhalten, wo das professionelle Mediensystem relevante Inhalte der Öffentlichkeit vorenthält. In offenen Medienlandschaften wird jedoch der Bürgerjournalismus ein Nischenphänomen bleiben. Dieses wiederum ist ein Symptom der Freizeitgesellschaft, deren Mitglieder sich mit der schwierigen Frage konfrontiert sehen: Was mache ich mit meiner vielen freien Zeit?»Wer sieht da seine Felle davonschwimmen? Haben die Gatekeeper Angst vor ihrem Bedeutungsverlust? Jöö.
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