Ich möchte an dieser Stelle gleich auf zwei interessante neue Studien verweisen. Die erste befasst sich mit der Glaubwürdigkeit in der Unternehmenskommunikation und wurde von einem Team der Universität Hohenheim (Deutschland) verfasst:
«Lügen, Verschleiern, Manipulieren und Schönwetter-Kommunikation – das sind die größten Killer der Glaubwürdigkeit deutscher Unternehmen. Die Studie “Glaubwürdigkeit – Schlüssel zum Vertrauen” der Universität Hohenheim (Stuttgart) untersucht erstmals, was Kommunikationsverantwortliche in Dax30- und mittelständischen Unternehmen, PR-Agenturen sowie Non-Profit-Organisationen unter Glaubwürdigkeit verstehen und wie sie diese im Rahmen ihrer Kommunikation umsetzen.
Beispiele gibt es viele: das Freizeitverhalten von Vorständen und Betriebsräten, der Imageverlust von Großbanken oder die Heuschrecken-Debatte. Unternehmen in Deutschland leiden unter einem zunehmenden Glaubwürdigkeitsverlust. Dabei zeigt die Studie des Fachgebiets für Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim, dass insbesondere Glaubwürdigkeit von den Kommunikationsverantwortlichen deutscher Unternehmen als wichtigstes Gütesiegel ihrer Arbeit angesehen wird: Glaubwürdigkeit ist grundlegende Basis ihres eigenen Handelns und gleichzeitig zentrales Ziel jeglicher Kommunikation eines Unternehmens. Doch wie kann glaubwürdige Unternehmenskommunikation praktisch aussehen?
Die Kommunikationschefs benennen Wahrheit, Transparenz und die Übereinstimmung von Reden und Handeln als wichtigste Kriterien einer glaubwürdigen Kommunikation, während die bewusste Lüge, Verschleierung oder Manipulation gegenüber der Öffentlichkeit als größter Killer genannt wird.
Transparenz und Wahrheit aber sind freilich dehnbare Begriffe, die entsprechend weit interpretiert werden. Es ist weiterhin auch das tatsächliche Handeln von CEO, Führungskräften und Mitarbeitern, das die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens in der Öffentlichkeit prägt.»
Der Ergebnisbericht der Studie kann gegen einen frankierten Rückumschlag bei Dr. Simone Huck, Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft und Journalistik, Universität Hohenheim angefordert werden: huck@uni-hohenheim.de
Die zweite Studie wurde von
Roland Abold von der Universität Bamberg (Deutschland) verfasst und befasst sich mit der
Nutzung und der
Akzeptanz von Blogs im Bundestagswahlkampf 2005:
«Nach ersten Gehversuchen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sich Weblogs im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 zu einem neuen Wahlkampfinstrument der Parteien und zu einer neuen politischen Informations- und Diskussionsplattform für die Wahlberechtigten entwickelt. Die Veränderung ihrer Akzeptanz und Nutzung im Vorfeld der Wahl wurde mit Hilfe einer zweiwelligen Onlineumfrage unter politisch interessierten Internetnutzern untersucht. Politische Weblogs sind demnach nur durch eine kleine Gruppe als neue Möglichkeit der Information und des politischen Meinungsaustausches im Wahlkampf herangezogen worden. Die Rezipienten der Inhalte unterscheiden sich dabei deutlich von den Weblog-Autoren, die generell wesentlich stärker vom Nutzen, vom Einfluss und vor allem von der Glaubwürdigkeit politischer Weblogs überzeugt sind. Allerdings zeigt sich im Verlauf des Wahlkampfes eine Angleichung der Einstellungen beider Nutzergruppen.»
Die Studie kann
hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.