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Sinus-Milieus und ihre ICT-Affinität


Die Sinus-Kartoffel für Deutschland (sinus-sociovision.de)

Bekanntlich neigen Marketers gerne zur Marktsegmentation. Eines der bekanntesten Modelle sind wohl die Sinus-Milieus. In der aktuellen Ausgabe des «planung & analyse» nun findet sich ein Beitrag (von Sinus-Sociovisionären), der die verschiedenen Sinus-Milieus in Beziehung setzt zum jeweiligen Umgang mit ICT-Mitteln. Kurz zusammengefasst:

  • Konservative: verstehen sich als "Briefeschreiber" und "Bücherleser"
  • Traditionsverwurzelte: verweigern Neues (v.a. die DDR-Nostalgischen)
  • Bürgerliche Mitte, Konsum-Materialisten und Hedonisten bilden die sog. Kommunikationskonsumenten: sie benützen ICT hauptsächlich zur Unterhaltung
  • Postmaterielle, Moderne Performer und Experimentalisten bilden die Kommunikationselite: beruflich bedingt verfügen sie über eine hohe Affinität zu ICT; passen sich den schnellen Innovationszyklen problemlos an
Dabei ist der Moderne Performer «der Sieger der digitalen Revolution». Trendsetter, erfolgs- und leistungsorientiert, immer auf der Höhe der Technik.

Aha. Lag nicht der letzten Ausgabe ein Booklet mit dem Titel «Optimale Positionierung. Warum Marktsegmentationen meistens falsch sind» bei? Ich zitiere: «Und hüten Sie sich vor zu einfachen Lösungen, die der Komplexität der heutigen Märkte nicht mehr gerecht werden.» Anyway. Ohne Segmente kämen ja die Controller gar nicht mehr mit...
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Eine Studie von JupiterResearch hat herausgefunden, dass 35 Prozent der grossen Unternehmen planen, Corporate Blogs aufzuschalten. Derzeit betreiben rund 34 Prozent der Unternehmen einen Blog. Daher dürfte die Zahl der Corporate Blogs bis zum Jahresende auf fast 70 Prozent ansteigen.

Die Studie zeigt weiterhin, dass Corporate Weblogs nicht ausreichend genutzt werden, um Mund-zu-Mund-Propaganda zu betreiben. Hier liegen ungenutzte Potentiale. Nur 32 Prozent der Unternehmen versuchen über Blogs für ihre Produkte und Services zu werben. Der aktive Dialog mit den Kunden sollte Expertise und Fachwissen demonstrieren. So wird nicht nur die Aufmerksamkeit auf die Produkte gelenkt, sondern es entsteht auch ein Forum für Feedback und Zusammenarbeit. Corporate Blogs sind also nicht zuletzt auch ein Mittel zur Kundenbindung - gerade im wichtigen Segment der Early Adopters.

Das Einrichten eines eigenen Blogs kann einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Marke leisten. Zudem lassen sie sich durch das Ausschöpfen der vorhandenen Potentiale - viele CMS bieten Blog-Funktionen - kostengünstig realisieren. Wichtig dabei ist allerdings, dass erstens nicht einfach nur PR in den Blog gestellt wird, sondern mit dem Content auch ein echter Mehrwert geschaffen wird. Zweitens sollte innerhalb des Unternehmens eine klare Blogging Policy aufgestellt werden: wer bloggt wie über was. Dabei sollte die unternehmenseigene Textkultur (Buzzword Corporate Wording) nicht vergessen werden.

Mehr dazu auch hier in einem Artikel (PDF) von mir. JupiterResearch lebt übrigens eine aktive Blogkultur. Auf der Seite des Instituts finden sich neben Blogs auch Podcasts zu aktuellen Themen.
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KMU bloggen am häufigsten

Seit 2005 gibt es in Deutschland ein Top-100-Ranking im Bereich corporate blogs. Interessant an der neusten Liste ist die Tatsache, dass die meisten Blogs von kleinen- und mittelständischen Unternehmen (KMU) stammen. Blogs machen kleine Unternehmen eben gross - sie ermöglichen die schnelle und vernetzte sowie kosteneffiziente Kommunikation auch mit räumlich weit entfernten Partnern. Bekanntere Marken und größere Unternehmen findet man häufig erst auf den mittleren und hinteren Plätzen.

Allerdings - jedenfalls für mich - nicht weiter verwunderlich: Die Branchen Marketing- und Kommunikation (29 Blogs), IT (18 Blogs), Grafik und Design (14 Blogs) nutzen Blogs am häufigsten. Auch die Unternehmensberatungen sind mit 16 Blogs sehr stark vertreten.

Aus persönlicher Erfahrung weiss ich, grosse Unternehmen sind unbeweglicher und träger, was die Auf- und Annahme neuer Ideen, Technologien etc. betrifft. Wer kennt das nicht?
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Long-Tail Studie für Deutschland

Das Phänomen des sog. Long-Tail hat nun auch die Marketing-Welt in Deutschland erfasst. Dabei handelt es sich um die Beobachtung, dass immer mehr Nutzer sich mehrheitlich nicht mehr auf den grossen etablierten Seiten aufhalten, sondern sich ihre Informationen von anderen, kleineren Anbietern holen. Eben dem sog. Long-Tail, also dem "langen Schwanz" von Anbietern abseits der Top 100.
Der Begriff stammt dabei aus dem Online-Buchhandel und bezeichnet ursprünglich die Tatsache, dass der Anteil der Nicht-Bestseller am Umsatz kontinuierlich steigt. Ich habe darüber bereits im Januar auf choices.li berichtet.

Wie ecin.de nun berichtete, untersuchte Fittkau & Maaß für eprofessional.de dieses Phänomen auch in Deutschland. Laut der Studie «verbringt bereits ein Drittel der Internet-User zwischen 25 und 75 Prozent die Zeit nicht mehr auf den großen General-Interest-Websites, sondern auf unbekannteren Websites zu Spezial-Themen.» So sehr mich dies als Blogger freut, sosehr stellt es natürlich die Marketing-Verantwortlichen vor ein grosses Problem: Wie, bzw. auf welchen Seiten erreiche ich nun meine Zielgruppe(n)? Meiner Meinung nach etwa so: Durch gezielte Beobachtung der Blogosphäre müssen die für das Unternehmen relevanten Blogs, Vlogs etc. herausgearbeitet werden. So kann auf ihnen - sei es über Google Ads oder anderweitig - gezielt geworben werden. Im Idealfall strebt man eine Kooperation mit den Betreibern der relevanten Angebote an.

Passend dazu noch dieser Hinweis: team:inmedias hat eine Online-Marketing Studie 2005/06 verfasst, die u.a. den folgenden Fragen nachgeht:
  • Welche Erfahrungen haben deutsche Unternehmer bzw. Marketingverantwortliche bisher mit dem Einsatz von Online-Marketinginstrumenten gemacht?
  • Was waren die Ursachen für den Erfolg?
  • Gibt es besonders erfolgreiche Gruppen und wie ist deren Erfolgsrezept?
Die Studie kann hier bezogen, bzw. ein kostenloses Extrakt heruntergeladen werden.
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Warum Podcasts? Teil 2
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Warum Podcasts? Teil 2

Kurz in einem kleinen Brainstorming zusammengestellt: Wo und wie können Podcasts eingesetzt, bzw. kommerzialisiert werden?
  1. Zweitverwertung von Content: Beinahe schon der 'Klassiker' unter den Podcasts. Herkömmliche Medien lassen ihre Inhalte durch professionelle Sprecher aufbereiten. Beispiele: «Weltwoche», «FAZ»
  2. Verkauf im Abo: Hauptsächlich in der Zweitverwertung (vgl. diverse Printmedien), aber auch mit originärem Content möglich. Wird sich in gewissen Bereichen wohl durchsetzen, so beabsichtigt z.B. das «Abenteuer Leben» diesen Schritt zu gehen.
  3. Als Bestandteil von blended learning-Projekten
  4. Hilfsmittel zur Transfersicherung bei Seminaren u.ä.: Im Nachgang zu Seminaren werden zur Vertiefung der Lerninhalte Podcasts produziert.
  5. corporate broadcasting: Statt überlangen Newslettern, Info-Mails etc. könnte ein Unternehmen Podcasts für seine Mitarbeiter bzw. Kunden produzieren.
Diese fünf Punkte nur so auf die Schnelle. Daneben gilt für Podcasts i.d.R. dasselbe wie für herkömliche Blogs. Bleibt nur die Beantwortung der Frage, warum ich keinen Podcast produziere: Ganz einfach, ich verfüge leider nicht über eine Radio-Stimme...
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Warum Podcasts?

Podcasts, also abonnierbare Audiofeeds, werden, nach dem ersten Hype (*), immer interessanter. Die Downloadaktivitäten stiegen in den letzten Monaten nahezu explosionsartig an: Waren in Deutschland im Juni 2005 noch rund 220'000 Downloads registriert worden, stieg diese Zahl bis März 2006 auf über drei Mio. pro Monat an (Quelle).

Warum Podcasts gerade für Unternehmen interessant sind? Der durchschnittliche Podcast-Hörer ist männlich, ca. 30 Jahre alt, verfügt über ein gutes Einkommen, ein höheres Bildungsniveau und hört etwa 3.6 Stunden Podcasts pro Woche. Eine interessante Zielgruppe also.

Spezialisierte Plattformen bieten derzeit schon rund 30'000 kostenlose Podcasts an, davon rund 2'000 in deutscher Sprache.


(*) Von 1926 datiert laut dem «Online Etymology Dictionary» die früheste Definition: hype (n.) sprich «haip» - «Unterwelt-Slang» für einen «Schwindel durch Wucher oder Mogelei». (NZZ, 19.05.06) - Interessante Definition, würde ich mal sagen...
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Kennen Sie ihren Kunden?


Kundenzufriedenheit? (sxc.hu)

Um erfolgreich zu sein, muss ein Unternehmen wissen, was seine Kunden wünschen. Viele Unternehmen befragen daher ihre Kunden nach ihrer Zufriedenheit mit dem Unternehmen, seinen Leistungen und Produkten – oder aber seinen Mitarbeitern. Die Ergebnisse dieser sogenannten CSAT- (Customer Satisfaction-) Befragungen führen aber meistens zu Missverständnissen oder befördern gar Falschinterpretationen.

Wer ab und an fliegt, in einem Hotel nächtigt oder schon einmal Leistungen seiner Versicherung in Anspruch genommen hat, kennt die Fragebögen mit vielen Kästchen und mehr oder weniger fröhlich dreinblickenden Smilies, die nach der Kundenzufriedenheit fragen. Für den Ökonomen Fred Reichheld sind solche Befragungen meistens nichts anderes als ein schlechter Witz. Reichheld ist heute Experte und Berater auf dem Gebiet der Kunden-Loyalität, nachdem er lange Jahre bei der renommierten Bain & Company tätig war. Der «Economist» bezeichnete ihn bereits als „high priest of loyality“. In der aktuellen Ausgabe des «Harvard Management Update» (06/2006) nennt er zehn Gründe, wie und warum Unternehmen ihre Kunden nicht verstehen. Hier nun eine Auswahl von fünf Gründen, die direkt CSAT-Befragungen betreffen:

1. Viel zu umfangreiche Fragebogen. Die meisten Fragebogen sind so umfangreich und lang, dass die Befragten gar keine Lust verspüren, sie zu beantworten.

2. Oft leiten Kundenbefragungen nur ein Verkaufsgespräch ein. Die Befragten lernen schnell und werden bei jeder Anfrage sofort misstrauisch.

3. Die Antworten erreichen die falschen Mitarbeiter. Wenn Kunden in offenen Fragen oder den beliebten Bemerkungen von Problemen berichten, verschwinden diese in den Untiefen statistischer Auswertungen und Kennzahlen. Die Angaben erreichen aber selten jene, die das Problem lösen könnten.

4. Erzielen die Umfragen nicht das gewünschte Resultat, wird die Methode angepasst. Je nach Fragestellung und Bewertungsskalen werden trotzdem noch die gewünschten Resultate erreicht.

5. Werden die Resultate der Umfragen zur Leistungsmessung herangezogen, beginnen die Schummeleien. Verkäufer bieten ihren Kunden Vergünstigungen im Tausch gegen gute Bewertungen an, wobei die Kunden allzu gerne mitspielen. Eine Hand wäscht die andere.

Ein Unternehmen, das diese Fehler begeht, sammelt nicht einfach nur wertloses Datenmaterial. Vielmehr besteht die Gefahr, die so gesammelten Antworten auch noch als bare Münze zu nehmen und die Aktivitäten daran auszurichten. Was die Kunden wirklich wollen, erfährt man so jedenfalls nicht.

Tipps, wie man es besser machen kann, folgen in einem weiteren Artikel.

(erschienen am 18.05.06 auf choices.li)
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Glossar II

Und wieder bin ich über einen nützlichen Glossar gestolpert:

Glossar Onlinemarketing & -werbung von ADmazing.
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Podcasts über (Corporate) Blogs u.a.

Am 16./17. Mai findet in Hamburg die «2. Ethority Konferenz» in Hamburg statt. Themen der Konferenz sind Reputation Management und Word-of-Mouth-Marketing. Im Vorfeld zur Konferenz wurden einige interessante Podcasts zu verschiedenen Themenfeldern wie Corporate Blogs,  Blog-Monitoring oder Consumer Generated Media veröffentlicht. Reinhören lohnt sich.
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BRANDING - Marken, Zeichen, Labels

Am vergangenen Mittwoch, 15. März besuchte ich die Vernissage der Ausstellung «Branding - Marken, Zeichen, Labels» der Kunstsammlung der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft an deren Direktionssitz in Bern. Nach einer kurzen Begrüssung durch den Leiter Marketing & Services des Versicherers sprach Anne Keller Dubach, Head Brand Communications & Public Affairs der Swiss Re, einige sehr interessante Worte zum Thema Brand und Branding. Anschliessend führte die Kuratorin der Sammlung durch die Ausstellung und liess es sich nicht nehmen, einige Ausführungen zum Thema Corporate Collecting anzuhängen.

Die Ausstellung zeigt Werke von Kunstschaffenden, die sich «Strategien des Marketings aneignen» und so an der «Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Kunst» ungewohnte Einsichten versprechen (so die Einladung zur Veranstaltung). Es sind in der Tat einige interessante Werke darunter, so z.B. die Arbeiten von Daniele Buetti, die sich auf eine eindrückliche Weise auch mit der Herkunft des Begriffs Branding - der Brandmarke von Vieh - auseinandersetzen:


Daniele Buetti, Prada 29 (mobikunst.ch)

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Mai zu sehen. So auch während der Berner Museumsnacht am 24. März.
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