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Sinus-Milieus und ihre ICT-Affinität


Die Sinus-Kartoffel für Deutschland (sinus-sociovision.de)

Bekanntlich neigen Marketers gerne zur Marktsegmentation. Eines der bekanntesten Modelle sind wohl die Sinus-Milieus. In der aktuellen Ausgabe des «planung & analyse» nun findet sich ein Beitrag (von Sinus-Sociovisionären), der die verschiedenen Sinus-Milieus in Beziehung setzt zum jeweiligen Umgang mit ICT-Mitteln. Kurz zusammengefasst:

  • Konservative: verstehen sich als "Briefeschreiber" und "Bücherleser"
  • Traditionsverwurzelte: verweigern Neues (v.a. die DDR-Nostalgischen)
  • Bürgerliche Mitte, Konsum-Materialisten und Hedonisten bilden die sog. Kommunikationskonsumenten: sie benützen ICT hauptsächlich zur Unterhaltung
  • Postmaterielle, Moderne Performer und Experimentalisten bilden die Kommunikationselite: beruflich bedingt verfügen sie über eine hohe Affinität zu ICT; passen sich den schnellen Innovationszyklen problemlos an
Dabei ist der Moderne Performer «der Sieger der digitalen Revolution». Trendsetter, erfolgs- und leistungsorientiert, immer auf der Höhe der Technik.

Aha. Lag nicht der letzten Ausgabe ein Booklet mit dem Titel «Optimale Positionierung. Warum Marktsegmentationen meistens falsch sind» bei? Ich zitiere: «Und hüten Sie sich vor zu einfachen Lösungen, die der Komplexität der heutigen Märkte nicht mehr gerecht werden.» Anyway. Ohne Segmente kämen ja die Controller gar nicht mehr mit...
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Marktforschung in der Schweiz

Leider konnte ich am 30. Mai in Luzern nicht am «5. Tag der Schweizer Marktforschung» der vsms teilnehmen. Aber der Kleinreport fasste das Allerwichtigste in Kürze zusammen:
«In der Schweiz sind im letzten Jahr 2,8 Millionen Personen von einem Institut der Markt- oder Sozialforschung befragt worden. Der Branchenumsatz betrug 200 Mio. Franken. [...] Die führenden Institute [sind] weiterhin in der Innerschweiz angesiedelt mit IHA-GfK als klarem Branchenleader, gefolgt vom LINK Institut und der DemoSCOPE-Gruppe.

Die Ad-hoc-Forschung [hat] mit knapp 60% Umsatzanteile gewonnen, während die Panelforschung (gut 30%) verloren [hat].

Die meisten Personen wurden telefonisch befragt [...] Der Anteil [ist] zwar leicht gesunken, macht aber immer noch 62% aus. Ebenfalls rückgängig sind nach den Angaben schriftliche Befragungen mit einem Anteil von 13%. Stagnierend
bei 17% sind Face-to-Face-Befragungen, während Onlinebefragungen kräftig zulegten. Deren Anteil liegt bei 8%, was einer Verdoppelung gegenüber 2004 entspricht.»
Ich verzichte auf ein Verlinken der genannten Institute - ich will ja nicht in einen Konflikt geraten mit meinem Brötchengeber. Aber der Anlass war wohl ganz nett, wie mir zugetragen wurde. Vorallem das Essen.
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Kundenzufriedenheit? (sxc.hu)

Um erfolgreich zu sein, muss ein Unternehmen wissen, was seine Kunden wünschen. Viele Unternehmen befragen daher ihre Kunden nach ihrer Zufriedenheit mit dem Unternehmen, seinen Leistungen und Produkten – oder aber seinen Mitarbeitern. Die Ergebnisse dieser sogenannten CSAT- (Customer Satisfaction-) Befragungen führen aber meistens zu Missverständnissen oder befördern gar Falschinterpretationen.

Wer ab und an fliegt, in einem Hotel nächtigt oder schon einmal Leistungen seiner Versicherung in Anspruch genommen hat, kennt die Fragebögen mit vielen Kästchen und mehr oder weniger fröhlich dreinblickenden Smilies, die nach der Kundenzufriedenheit fragen. Für den Ökonomen Fred Reichheld sind solche Befragungen meistens nichts anderes als ein schlechter Witz. Reichheld ist heute Experte und Berater auf dem Gebiet der Kunden-Loyalität, nachdem er lange Jahre bei der renommierten Bain & Company tätig war. Der «Economist» bezeichnete ihn bereits als „high priest of loyality“. In der aktuellen Ausgabe des «Harvard Management Update» (06/2006) nennt er zehn Gründe, wie und warum Unternehmen ihre Kunden nicht verstehen. Hier nun eine Auswahl von fünf Gründen, die direkt CSAT-Befragungen betreffen:

1. Viel zu umfangreiche Fragebogen. Die meisten Fragebogen sind so umfangreich und lang, dass die Befragten gar keine Lust verspüren, sie zu beantworten.

2. Oft leiten Kundenbefragungen nur ein Verkaufsgespräch ein. Die Befragten lernen schnell und werden bei jeder Anfrage sofort misstrauisch.

3. Die Antworten erreichen die falschen Mitarbeiter. Wenn Kunden in offenen Fragen oder den beliebten Bemerkungen von Problemen berichten, verschwinden diese in den Untiefen statistischer Auswertungen und Kennzahlen. Die Angaben erreichen aber selten jene, die das Problem lösen könnten.

4. Erzielen die Umfragen nicht das gewünschte Resultat, wird die Methode angepasst. Je nach Fragestellung und Bewertungsskalen werden trotzdem noch die gewünschten Resultate erreicht.

5. Werden die Resultate der Umfragen zur Leistungsmessung herangezogen, beginnen die Schummeleien. Verkäufer bieten ihren Kunden Vergünstigungen im Tausch gegen gute Bewertungen an, wobei die Kunden allzu gerne mitspielen. Eine Hand wäscht die andere.

Ein Unternehmen, das diese Fehler begeht, sammelt nicht einfach nur wertloses Datenmaterial. Vielmehr besteht die Gefahr, die so gesammelten Antworten auch noch als bare Münze zu nehmen und die Aktivitäten daran auszurichten. Was die Kunden wirklich wollen, erfährt man so jedenfalls nicht.

Tipps, wie man es besser machen kann, folgen in einem weiteren Artikel.

(erschienen am 18.05.06 auf choices.li)
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Moblogging als Feldtest-Methode?


Neuer Anwendungsbreich für Moblogs? (sxc.hu)

Heute bei der Arbeit hatte ich einen Gedankenblitz, den ich hier kurz darlegen will. Allerdings bin ich mr nicht sicher, ob nicht schon jemand dieselbe Idee hatte. Für Hinweise bin ich dankbar.

Also, in medias res: Eine gängige Feldforschungs-Methode der Marktforschung sind die sogenannten paper-and-pencil-diaries, d.h. Tester/Testpersonen werden mit einem vorstrukturierten Tagebuch losgeschickt, in dem sie bestimmte Dinge wie z.B. Einkaufsverhalten, neue Trends o.ä. festzuhalten. Neben den schriftlichen Eintragungen werden oft auch Fotos, Zeitungsartikel usw. in die Hefte eingeklebt. Diese Methode hat einige Schwachpunkte: Zeitverzögerte Resultate, meistens kann nicht vor Ort ein Eintrag vorgenommen werden, d.h. die Tester sind auf ihr Gedächtnis angewiesen etc. Die Bezogenheit zum Lebensumfeld leidet also.

Beim Betrachten eines Moblogs heute kam mir die Idee. Man rüstet jeden Tester aus mit einem Foto-Handy und richtet für jeden einen Moblog - einen Blog mit der Möglichkeit Texte und Bilder direkt übers Handy (E-Mail und/oder MMS) hochzuladen - ein, auf den jeweils nur der Tester und die Studienleitung Zugriff haben. Somit wäre das Problem der Zeitnähe zumindest teilweise gelöst. Diese Methode würde sich wohl vor allem für die qualitative Forschung eignen.
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